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FAQ

Antworten auf wiederholt gestellte Fragen zu KirchGemeindePlus. Kontaktieren Sie uns gerne, um das ein oder andere für Ihre Situation zu vertiefen.

Ziele von KirchGemeindePlus

Fragen

Antwort

Was sind Vision und Ziele des Reformprozesses KirchGemeindePlus?

Warum machen wir das?

Nahe, vielfältig und profiliert …: Die Vision ist eine Kirche, die nahe, vielfältig und profiliert ist. Sie schöpft aus der reformatorischen Tradition. Die Reformation hat den nahen Gott wieder entdeckt und die Nähe zum Volk gesucht. Ihr allgemeines Priestertum ist eine Aufforderung zur Vielfalt. Und die reformierte Ahnengalerie profilierter Frauen und Männer ist beeindruckend.

… auch morgen: Die Vision ist heute schon vielfach Realität. Aber die Welt verändert sich. Pluralisierung, Mobilisierung, Individualisierung, Globalisierung, Digitalisierung sind einige Stichworte… - Die Frage ist: Wie kann die Kirche auch morgen nahe, vielfältig, profiliert bleiben? KirchGemeindePlus begleitet Kirchgemeinden bei dieser Herausforderung. Dabei geht es auch ganz praktisch um Strukturen und deren Reform.

Ausführlich ist das inhaltliche Zielbild, formuliert vom Kirchenrat Daniel Reuter anlässlich der Kirchensynode vom 10. Januar 2017, hier nachzulesen.

Wie machen wir das?

  • visionär und pragmatisch: Mit KirchGemeindePlus verfolgen wir visionär unsere Ideen vom kirchlichen Leben an Orten und Lebenswelten und gestalten den Weg dorthin gemeinsam mit den Kirchgemeinden pragmatisch Schritt für Schritt.
  • neugierig und bewahrend: Wir entdecken neue Möglichkeiten und Chancen kirchlichen Lebens. Gleichzeitig besinnen wir uns auf unsere Wurzeln und verbinden Neues mit Bisherigem zu einem gemeinsamen Dritten. Somit entwickeln wir unsere christliche Tradition weiter.
  • integrativ und autonom: Wir identifizieren uns mit der Landeskirche als eine Gemeinschaft und leben unsere Vielfalt in den Gemeinden.

Was machen wir?

  • Verantwortung teilen: Alle Entscheidungsträger werden in den Prozess einbezogen und gestalten so die Kirche gemeinsam um.
  • Sicherheit geben: Planungsgrundlagen werden erarbeitet und damit den Kirchgemeinden die notwendigen Werkzeuge in die Hand gegeben.
  • Klarheit schaffen: Organisationsmodelle und Führungsinstrumente sowie transparente Kommunikation bieten Orientierung und stiften Vertrauen.

Was gewinnen Kirchgemeinden dadurch?

Mit dem Reformprozess werden bzw. bleiben Kirchgemeinden so gross, dass sie der Vielfalt der Menschen entsprechen können. Die Kirchgemeinden können ihre Kräfte und Ressourcen bündeln. Planung und Einsatz der vorhandenen Ressourcen werden flexibler; die Nutzniessenden kirchlicher Angebote haben mehr Optionen. Dabei können neue Berufsbilder und -rollen entstehen. Angesichts grösserer Aktionsradien sind Teil-Spezialisierungen möglich. Das erhöht die Attraktivität kirchlicher Berufe. Kirchgemeinden haben genügend Raum, um eine Vielfalt kirchlicher Orte und Profile zu entwickeln.

Bei kleinen Kirchgemeinden scheint der Gewinn klarer als bei grossen Kirchgemeinden zu sein. Die Ressourcenlage ist ein wichtiger Treiber für Zusammenschlüsse. Der Reformgedanke regt aber dazu an, dass sich alle Kirchgemeinden bewegen: Viele Teile entwickeln sich zusammen in einem grösseren Ganzen. Zumal bei einer Landeskirche, in welcher die 120 kleineren Gemeinden – also über 80% der Gemeinden, sofern die Stadt Zürich als eine Gemeinde zählt – 40% der Mitglieder beherbergen, und 20% der grösseren Gemeinden 60% der Mitglieder umfassen.

Der Reformprozess KirchGemeindePlus ist nicht aus der Not geboren. Er geschieht primär aus dem „Überfluss der Hoffnung“. Darum sind in ihm auch die ressourcenstarken Gemeinden wichtig.
Geht es beim Reformprozess vor allem um Finanzen und Ressourcen? Nur ein Teil des Reformprozesses betrifft die Struktur. Deren Erneuerung soll stattfinden, solange die finanzielle Basis gesichert ist. Die Kirchengemeinden werden danach ihre Ressourcen gezielter und gebündelter einzusetzen vermögen, um einen zukünftigen Spardruck auffangen zu können.
Was sind die Ziele des Projektes KirchGemeindePlus? Das Projekt KirchGemeindePlus der Landeskirche Zürich hat zum Ziel, den Reformprozess in den Kirchgemeinden zu unterstützen. Dazu erarbeitet es unter anderem Organisationsmodelle, gestaltet inhaltliche Ansätze zum Gemeindeleben, erarbeitet Führungsmodelle und Berufsbilder sowie rechtliche Grundlagen für die Neuordnung der Kirchgemeinden.

Der KirchGemeindePlus Prozess

Fragen

Antwort

Wie verläuft der Reformprozess in Kirchgemeinden?

Grob lässt sich der Reformprozess in vier Phasen einteilen:

  • 2013-2014 wurde der Reformprozess eröffnet durch eine grosse Vielfalt von „Dialogen“ in und zwischen Kirchgemeinden (Phase I)
  • 2014-2015 wurde der Dialog fortgesetzt mit dem Fokus auf Vernehmlassungen bei Berufsgruppen und Behörden. Dabei ging es vor allem um inhaltliche Fragen (Phase II)
  • Seit 2016 (bis erwartbar 2023) ist zu beobachten, dass Kirchgemeinden unterschiedlich schnell unterwegs sind:
    • Einige Kirchgemeinden beschäftigen sich mit der Entwicklung inhaltlicher Ansätze des Gemeindelebens, der Kontur und der Profil der neuen Kirchgemeinden aufgrund der Vernehmlassungen zum Reformplan sowie mit strukturellen Fragen des Zusammenschlusses - bis hin zum formellen Zusammenschluss (Phase III).
    • Andere Kirchgemeinden sind bereits zusammengeschlossen und kümmern sich nun um die  Umsetzung und die Realisierung des Potenzials, das in den neuen Kirchgemeinden liegt (Phase IV).
Welche Schritte auf dem Weg zum Zusammenschluss sind zu gehen?

Für Kirchgemeinden bietet es sich an, die Phasen III und IV als ein Projekt mit mehreren Schritten (auch Projektphasen genannt), die in Meilensteinen gipfeln, zu gliedern, beispielsweise so:

  1. Vorabklärung: Auftrag, Bedürfnisanalyse, SWOT, Ressourcen, Vision einer Kirchgemeinde der Zukunft … usw.
  2. Projektstart: Projektauftrag inklusive Projektorganisation, Ziele, Aufgaben, Ist-Analyse Liegenschaften, Finanzen
  3. Konzept: Erarbeitung von Vorschlägen zur neuen Gemeindestruktur sowie neuer Ansätze kirchgemeindlichen Lebens, welche in ein breit abgestütztes Gemeindekonzept münden
  4. Umsetzung: Realisierung der neuen Gemeindeform

Genauer können Sie es im Phasenplan mit Checklisten für Zusammenschlussprojekte nachlesen.

Diese Schritte sind nicht starr. Sie können auch, je nach Situation und Bedarf, zusammengelegt werden. Gerne unterstützen wir Sie bei der Planung dieser Schritte.

Können wir selbst das Tempo für einen Zusammenschluss bestimmen?

Der Kirchenrat erachtet die Zeitspanne bis 2020 für Zusammenschlüsse als günstig:

  • Bis 2019 sind die Kirchensteuern juristischer Personen und die Staatsbeiträge an die kirchlichen Körperschaften gesichert.
  • Auswirkungen einer allfälligen Unternehmenssteuerreform machen sich noch nicht bemerkbar.
  • Die Planung der Pfarrstellenzuteilung für die Amtsdauer 2020–2024 ist noch nicht abgeschlossen.

Der Kirchenrat beobachtet jedoch, dass Kirchgemeinden auf dem Weg zum Zusammenschluss unterschiedlich schnell unterwegs sind. Auch kann es mitunter angezeigt sein, dass Kirchgemeinden zuerst intensiv zusammenarbeiten und sich dann erst später, aber bereits sehr gut miteinander bekannt, zusammenschliessen.

Deshalb empfiehlt der Kirchenrat vier Zeitpunkte, an denen Kirchgemeinden bei der Kirchensynode den Zusammenschluss beantragen: 2017, 2019, 2021, 2023.

Was ist, wenn meine Kirchgemeinde sich nicht mit einer anderen Kirchgemeinde zusammenschliessen möchte?

Ein Zusammenschluss von Kirchgemeinden kann gemäss Artikel 151 Abs. 2 KO zwar erzwungen werden, weil Neubildungen und Zusammenschluss von Kirchgemeinden durch einen Beschluss der Kirchensynode erfolgen können. Das wäre allerdings die Ultima Ratio. Im Vordergrund stehen Anreize und Überzeugungsarbeit: Der Kirchenrat ist der Meinung, dass jede Kirchgemeinde gewinnt, wenn sie sich aktiv in den Prozess KirchGemeindePlus einbringt. Das betrifft die Kleinen und die Grossen, die sogenannt Schwachen und Starken.

Der Kirchenrat Daniel Reuter äussert sich dazu auch im Magazin notabene 7/2016.

Kirchliche Orte und Formen

Fragen

Antwort

Welche Arten von kirchlichen Orten und Formen wird es geben?

Für viele Kirchgemeindemitglieder sind kirchliche Ort und Form stark verbunden mit dem Kirchgebäude in der Ortsmitte und dem sonntäglichen Gottesdienst. Daneben besteht bereits heute eine grosse Vielfalt. Bahnhofkirche, Flughafenpfarramt, Räume der Stille in Institutionen, die SOS-Kinderbetreuung oder das Stadtkloster in der Stadt Zürich können sich zu neuen kirchlichen Orten und Formen weiter entwickeln. Eine künftige Kirchgemeinde wird mehrere und vielfältige kirchliche Orte und Formen umfassen. Einige haben einen geografischen Bezug zum Sozialraum. Andere sind in Netzen oder Netzwerken verortet, wieder andere sind sogar virtuell.

Die lebensräumlichen und lebensweltlichen kirchlichen Orte und Formen in ihrer Vielfalt bilden die Basis kirchlichen Lebens in einer Kirchgemeinde. In ihnen manifestiert sich die bunte Vitalität des gemeinsamen Gestaltens. Kirchliche Orte und Formen haben eine Geschichte. Sie entstehen. Sie entfalten sich. Sie bewähren sich. Sie wandeln sich, gehen zu Ende oder in eine neue Form über. Sie liegen im Spannungsfeld von Beständigkeit und Wandel, Kurz- und Langlebigkeit, Tradition und Innovation.

Wie können auch künftig die Menschen vor Ort das Gemeindeleben mitbestimmen und die nötigen Ressourcen erhalten?

Die Kirchgemeinden wählen für die sich neu zusammenschliessende Kirchgemeinde das für ihren Partizipations- und Gestaltungsbedarf passende Organisationsmodell.

Organisationsmodelle

Fragen

Antwort

Was bedeutet KirchGemeindePlus für die Leitung von Kirchgemeinden?

Empfehlungen zur Ausgestaltungen der neuen Organisation achten darauf, die strategischen und operativen Aufgaben voneinander zu entflechten, wie es heute schon in grösseren Kirchgemeinden zu beobachten ist.

Gemäss den Empfehlungen zur neuen Ressortstruktur 2018 - 2022 und den ergänzenden Erläuterungen (zu finden auch hier: https://www.zhref.ch/intern/kirchenpflege/allgemeines/downloads) obliegt der Kirchenpflege die strategische Leitung und das Aufsichtsrecht. Es ist eine Kollegialbehörde, deren Mitglieder immer Verantwortung für das Ganze tragen. In den ihnen zugeteilten Ressorts nehmen sie ihre Aufgabe gemäss dem in Art. 87 KO beschriebenen Leitungsverständnis wahr.

Operative Aufgaben delegieren Kirchenpflegerinnnen und Kirchenpfleger soweit möglich an eine Geschäftsleitung, an unterstellte Kommissionen (mit Geschäftsstelle). Wie diese ausgestaltet sein können, führt der Leitfaden Organisationsmodelle für Kirchgemeinden aus.

In der Teilrevision Kirchenordnung ist zudem die Möglichkeit eines Kirchgemeindeparlaments vorgesehen, welches vor allem für grosse Kirchgemeinden nützlich sein mag. Dazu siehe auch dieser Artikel.

Partizipation ist in den Empfehlungen für die neuen Strukturen gut verankert.

Alle Beteiligten sind zur gemeinsamen Verantwortung für den Aufbau der Kirchgemeinde gerufen. Das führt in der Praxis immer wieder zu Missverständnissen und Konflikten

Der Grundsatz der Zuordnung (Artikel 150 KO) behält im Sinn einer programmatischen Haltung Gültigkeit. Zugleich ist es im Zuge der Entstehung grösserer Kirchgemeinden unverzichtbar, Formen der Leitung und der Zusammenarbeit klarer zu fassen. Die Entwicklung der neuen Organisationsmodelle haben zwei Schwerpunkte.

  • Es werden stärkere Strukturen zur Zusammenarbeit geschaffen, in denen auch Freiwillige systematisch einbezogen werden.
  • Es werden klare Leitungsstrukturen eingeführt, indem zwischen strategischer und operativer Leitung stärker getrennt wird.

Zusammenschluss

Fragen

Antwort

Wie können wir sicherstellen, dass die Interessen und Anliegen der bestehenden Kirchgemeinden in einer neuen, grösseren Kirchgemeinde berücksichtigt werden?

Vor dem Zusammenschluss sind Fragen nach inhaltlichen Aspekten sowie nach einem geeigneten Organisationsmodell zu klären. Der Leitfaden Organisationsmodelle für Kirchgemeinden geht auf zwei Modelle ein. Wir empfehlen die Bildung einer Arbeitsgruppe, besetzt mit Vertretern aus allen Anspruchsgruppen, die inhaltliche Aspekte klärt und entsprechend eine Empfehlung für eines der Organisationsmodelle entwickelt. Bei beiden Modellen ist ein besonderer Augenmerk auf die Ausgestaltung der Schnittstelle / Kommunikation zwischen der operativen und strategischen Ebene zu legen.

Zudem kann es für die erste Zeit nach einem Zusammenschluss sinnvoll sein, Vertretungen von möglichst allen ehemaligen Kirchgemeinden in der Kirchenpflege zu haben. Dies lässt sich umsetzen, indem für die Kirchenpflege der neuen Kirchgemeinde entsprechende Kandidatinnen und Kandidaten gesucht und zur Wahl vorschlagen werden.

Die paritätische Vertretung der ehemaligen Kirchgemeinden oder die feste Zuweisung von Sitzen in der neuen Kirchenpflege ist rechtlich aber nicht zulässig und kann auch nicht in der Kirchgemeindeordnung festgehalten werden. Eine solche Regelung widerspräche den massgebenden Wahlvorschriften des Gemeindegesetzes und des Gesetzes über die politischen Rechte, weil sie letztlich die Einteilung der neuen Kirchgemeinde in Wahlkreise voraussetzen würde. Gerade dies ist für die Wahl von Gemeindevorsteherschaften nicht vorgesehen. Denn die Kirchenpflege ist keine (Volks-)Vertretung der Stimmberechtigten wie ein Parlament, sondern die beratende, ausführende und vollziehende Behörde für die ganze Kirchgemeinde.

Zusammenarbeit in der Kirchenpflege

Wie wird sichergestellt, dass in der künftigen Kirchenpflege alle Teilgebiete gut vertreten sind?

Die Empfehlungen zur Ressortstruktur der Kirchenpflegen für die Amtsdauer 2018-2022 sehen zwei Ansätze vor:

  • Der erste entspricht den Empfehlungen der Amtsdauer 2014 – 2018, die weiterhin angewendet werden können. Er ist lediglich in Details überarbeitet.
  • Der zweite Ansatz zielt auf eine zeitliche Entlastung der Kirchenpflegerinnen und Kirchenpfleger, indem er strategische und operative Aufgaben entflechtet, abgestimmt mit den Organisationsmodellen (Geschäftsleitungs- und Kommissionsmodell). Zudem setzt er neue Akzente.
Kirchenpflegen können sich von beiden Ansätzen für ihre spezifische Situation anregen lassen.
Auch Mischformen sind denkbar.

 

Personelles

Fragen

Antwort

Wie wirkt sich KirchGemeindePlus auf den Stellenetat aus?

Pfarrschaft

Die Pfarrstellenzuteilung für die neue Amtsdauer, die am 1. Juli 2016 begonnen hat, gilt grundsätzlich bis zum Ende dieser Amtsdauer, das heisst: bis zum 30. Juni 2020. Allerdings sind die zugeteilten Stellenprozente gemäss aktueller Gesetzgebung bei Stellenvakanzen durch den Kirchenrat zu überprüfen. Für die Amtsdauer ab Juli 2020 strebt der Kirchenrat eine neue Regelung an, welche grössere Kirchgemeinden nicht benachteiligt. Dies bedarf einer Änderung der Kirchenordnung.

Grundsätzlich will der Kirchenrat am Prinzip der Pfarrstellenzuteilung anhand von Quoren festhalten. Die heute geltende Aufteilung zwischen ordentlichen und Ergänzungspfarrstellen ist aber zu überdenken. Das mittlere Quorum für 100 Pfarrstellenprozent wurde für die Amtsdauer 2016–2020 auf 1'650 Mitglieder festgelegt. Diese Zahl dürfte auch in Zukunft als Richtgrösse Bestand haben. Zu klären ist, wie weit grösseren Kirchgemeinden ein Pool an Stellenprozenten zugesprochen werden kann, mit dem diese den lebensweltlichen und lebensräumlichen Gegebenheiten der Region sowie den eigenen Schwerpunkten entsprechen können.

Sozialdiakonat

Das Diakoniekonzept der Zürcher Landeskirche hat einen Diakonieschlüssel vorgeschlagen (Zürich, 2012, S. 58). Grundlage ist ein Szenario von neu 80 Kirchgemeinden. Dieser Schlüssel würde den Gesamtstellenetat von 2012 für das Sozialdiakonat weiterhin gewährleisten. Beabsichtigt wäre also nicht ein Abbau, sondern eine Umverteilung sozialdiakonischer Stellenprozente. Sobald die Konturen der neuen Kirchgemeinden klar sind, ist diese Aufgabe in Angriff zu nehmen. Die Situation ist anders als bei der Pfarrschaft, weil die anstellende Instanz beim Sozialdiakonat die Kirchgemeinde ist. Aber es wird eine landeskirchliche Vorgabe – zum Beispiel eine verbindliche Definition eines Diakonieschlüssels – nötig werden.

Religionspädagogik rpg

Der Gesamtetat bzw. die Verteilung der Stellen kann sich verändern, je nachdem ob die Angebote im rpg lokal, regional oder überregional ausgerichtet werden. Momentan erarbeitet die Landeskirche verschiedene Handlungsmöglichkeiten, wie das religionspädagogische Gesamtkonzept in unterschiedlichen Szenarien umgesetzt werden kann. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Katja Lehnert, Leitung Katechetik und Bildung, katja.lehnert@zh.ref.ch.

Verwaltungsangestellte, kirchenmusikalische Mitarbeitende und solche für Hausdienst und Sigristenamt sind bezüglich ihrer beruflichen Zukunft verunsichert: Was können wir Ihnen sagen?

Einerseits: In den Bereichen Verwaltung, Haus- und Sigristendienst sowie in der Kirchenmusik ist in Zukunft mit Stellenreduktionen zu rechnen. Diese Reduktionen werden allerdings nur selten kurzfristig anfallen. Der Zeitplan des Kirchenrats sieht den Abschluss der Strukturreform erst für 2023 vor. Damit sollte für Übergangslösungen und schrittweise Reduktionen genügend Zeit vorhanden sein. Wichtig ist eine frühzeitige und klare Information von Seiten der Kirchenpflege.

Andererseits: Mit KirchGemeindePlus geht es um eine Akzentsetzung vom Standbein zum Tanzbein. Doppelungen sollen reduziert, Vielfalt aber gefördert werden. Es sollen auch neue kirchliche Orte entstehen. Ressourcen würden in diesem Fall umgelagert. Das dürfte vor allem die Kirchenmusik betreffen. Gefragt sind profilierte Projekte. Auch Haus- und Sigristendienst können im Rahmen neuer kirchlicher Orte neue Funktionen erhalten und ihr Berufsbild verändern.

Wie will die Landeskirche zukünftig die Gemeinden unterstützen, die sich entschieden haben, einen Teil der wegbrechenden Stellen aus Drittmitteln (Fundraising) zu finanzieren?

Die Erschliessung zusätzlicher Finanzmittel steht Kirchgemeinden heute schon offen: Sie können Fundraising betreiben. Verschiedene Kirchgemeinden haben Fördervereine eingerichtet, um Mittel für spezifische Projekte zu generieren. Solche Vereine sind dann heikel, wenn sie Doppelstrukturen zur Folge haben oder die demokratische Mitsprache der Kirchgemeinde unterbinden. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang ferner auf die Möglichkeit, Kirchgemeinden mit Legaten und Erbschaften zu unterstützen.

Bei allen zusätzlichen Mittelbeschaffungen ist zweierlei zu bedenken: Erstens sollen sie das Solidarprinzip via Steuern nicht unterlaufen. Zweitens können sie den Ausfall von Steuern zwar abfedern, aber selbst bei intensiver Anwendung nicht kompensieren. Der Kirchenrat prüft nun Chancen und Risiken neuer Finanzierungsquellen im Rahmen einer ganzheitlichen und nachhaltigen Finanzstrategie als Teil der Legislaturziele 2016–2020.

Pfarrpersonen

Fragen

Antwort

Welche Rolle sollen Pfarrpersonen bei und nach Zusammenschlüssen spielen?

Die Pfarrschaft ist eine Schlüsselprofession der Kirche. Die Haltung und das Verhalten von Pfarrpersonen im Wandel der Kirche sind von Ausschlag gebender Bedeutung. Pfarrpersonen sind sozusagen „amtliche Personifikationen“ der „ecclesia reformata semper reformanda“.

Als Seelsorgende gehen Pfarrerinnen und Pfarrer auf die unterschiedlichen Ängste ein, welche ein Wandlungsprozess wie KirchGemeindePlus auslöst. Sie können dazu beitragen, aus einer Geschichte der Furcht eine Geschichte der Hoffnung zu machen.

Als theologisch Reflektierende vertreten sie anwaltschaftlich die evangelischen und reformatorischen Inhalte, welche der Reform zugrunde liegen. Es geht um mehr als Strukturen: um eine Vision der Kirche und um Perspektiven des Handelns.

Als Verantwortliche für die theologische Reflexion der Kirchgemeinde setzen sie sich auch mit der Leitungsorganisation der Kirchgemeinde auseinander. Sie gestalten eine zeitgemässe Kultur des Leitens und Führens sowie eine partizipative Kultur der Teamarbeit und der Berufsrolle des Ermöglichens mit. Sie setzen sich für Strukturen ein, welche dieser Kultur entsprechen.

Haben die Pfarrpersonen in den neuen Kirchengemeinden mehr zu tun als bisher?

Der Reformprozess KirchGemeindePlus bietet Pfarrpersonen die Chance zu einer Teil-Spezialisierung und zu einer aufgabenorientierten Profilierung, welche innerhalb des grösseren Ganzen der Kirchgemeinde koordiniert ist.

Pfarrpersonen wie auch andere kirchliche Berufsgruppen und Freiwillige sind im Rahmen von KirchGemeindePlus und einer klar strukturierten Kirchgemeinde-Organisation entweder Mitglieder eines Teams, oder sie übernehmen bewusst eine Führungs- und Leitungsfunktion. Die Arbeit in interdisziplinären Teams kann stärken, entlasten und bereichern.

Das setzt als Grundhaltung voraus, nicht alles selber machen zu müssen sondern Kirche mit anderen und durch andere zu ermöglichen. Die neue Situation erfordert gute Fähigkeiten der Kooperation, der Delegation und Distanzierung, der Verbindlichkeit und Flexibilität innerhalb eines Geflechts von Aufgaben, Verantwortungen und Kompetenzen – sowie des Führens und Geführtwerdens durch andere.

Im Rahmen vom Reformprozess KirchGemeindePlus besteht auch die Möglichkeit zu neuen Arbeitszeitmodellen, welche Beruf und Privates leichter vereinbar machen.

Bei sechs Pfarrpersonen in einer Kirchgemeinde ergeben sich ständig Neubesetzungen, die mit dem heutigen Wahlprozedere enorm aufwändig sind. Wird künftig die Pfarrstellenbesetzung einfacher sein?

Die Volkswahl der Pfarrschaft ist durch staatliches Recht vorgegeben und wird wohl auch in Zukunft beibehalten werden. Dies unter anderem aus Gründen der Analogie zur römisch-katholischen Körperschaft. In grösseren Kirchgemeinden mit einer grossen Anzahl von Pfarrpersonen könnten die Wahlen allerdings für die gesamte Kirchgemeinde auf zwei Termine pro Jahr gebündelt werden. Bei Bestätigungswahlen wäre der Modus einer stillen Wahl erwägenswert. Der Kirchenrat wird diese Fragen im Rahmen der Revision der Kirchenordnung bearbeiten.

Freiwillige

Fragen

Antwort

Verlieren wir die Nähe zu unseren Freiwilligen, wenn wir eine grosse Kirchgemeinde werden?

Auch wenn die Kirchgemeinde geografisch weiter gefasst wird, ist es möglich, zu den Freiwilligengruppen eine nahe Beziehung zu pflegen. Nähe ist nicht nur etwas Lokales, sondern eine Frage der Beziehungskompetenz. Diese wird auch in Zukunft über Gruppenverantwortliche (Angestellte oder Freiwillige) als Hauptbezugsperson gewährleistet werden.

Viele Freiwillige wollen sich lokal und lebensräumlich engagieren. Sie haben einen Bezug zum Ort oder möchten sich dort integrieren. Dies ist auch weiterhin möglich, da die Aktivitäten der Freiwilligen oft stark lokal ausgerichtet sind (Besuchen, Begleiten, Angebote ermöglichen etc.). Um Nähe zu gewährleisten, ist es für alle wichtig, die Verantwortlichkeiten und Abläufe zu klären und in gutem Kontakt miteinander zu sein.

Wie finden wir in grösseren Gemeinden Freiwillige, wenn es jetzt schon so schwierig ist?

Insbesondere „neue“ Freiwillige (einerseits die neue Generation, andererseits solche, die noch nicht mit der Kirchgemeinde in Kontakt sind) lassen sich vor allem über das Interesse an einem Thema engagieren. Die Flüchtlingsthematik zeigt das deutlich. Die Kirche steht vor der Herausforderung, Freiwilligen ein Engagement in gesellschaftsrelevanten Bereichen unter guten Rahmenbedingungen zu ermöglichen. Ideal sind Einsätze, bei welchen die Freiwilligen ihre Fähigkeiten und Interessen einbringen und kompetent und selbständig mitgestalten können (Freiwilligen-Monitor 2016). Diese Herausforderung besteht ungeachtet von KirchGemeindePlus. Es lohnt sich, dafür Zeit – auch wenn sie knapp ist – einzusetzen. Die Frucht ist eine stärkere Beteiligungskirche. KirchGemeindePlus bietet darüber hinaus die Chance, Freiwilligenarbeit im skizzierten „neuen“ Stil zu fokussieren und teilspezialisierte Berufspersonen einzusetzen. Gerade die verschiedenen kirchlichen Orte bieten die Chance für eine Beheimatung der Freiwilligen in einem überschaubaren, vertrauten Kontext.

Wird es den Bereich Freiwilligenarbeit auf Gemeindeebene noch geben?

Bis zu einer gewissen Gemeindegrösse ist es möglich, Freiwillige ohne Konzept oder Struktur einzubinden und zu begleiten. In grösseren Kirchgemeinden muss die Freiwilligenarbeit klarer strukturiert, geplant und gesteuert sein. Dadurch wird die Freiwilligenarbeit besser verankert und auch auf dem „Freiwilligenmarkt“ als professionelle Partnerin wahrgenommen.

Gibt es meine Stelle als Verantwortliche für Freiwilligenarbeit noch? Es wird weiterhin Stellen geben, welche die Freiwilligenarbeit strategisch verantworten und operativ begleiten. Sonst leiden die Qualität dieser Arbeit und deren Beziehungsqualität. Im Rahmen von KirchGemeindePlus können Stellenprozente frei werden, weil Koordinations-Synergien entstehen. Sie wären für spezifische Aufgaben oder profilierte Projekte zu nutzen.
Wir erarbeiten gerade, wie die Freiwilligenbegleitung aussehen soll. Wie sollen wir vorgehen, damit die Arbeit nicht umsonst ist, wenn wir uns später zusammenschliessen?

Die verbindlichen Richtlinien zur Freiwilligenarbeit der Reformierten Kirche Kanton Zürich gelten für alle Kirchgemeinden im Kanton. Ungeachtet dessen, ob sie noch alleine unterwegs sind oder bereits in Zusammenarbeit. Die Basis ist also für alle Kirchgemeinden die gleiche, daher wird es bei späteren Zusammenlegungen zu keinen grösseren Differenzen bezüglich der Rahmenbedingungen kommen. Was hingegen sehr unterschiedlich sein kann, sind Haltungsfragen zur Partizipation, zur Wertschätzung und zum informellen Umgang mit Freiwilligen. Sowie zu Abläufen, Prozessen und zu unterschiedlich geregelten Zuständigkeiten. Wenn sich Zusammenarbeiten bereits abzeichnen, lohnt es sich, miteinander im Gespräch zu sein über diese Punkte und bereits eine gemeinsame Haltung zu entwickeln. Unabhängig davon, ob es zu diesem Zusammenschluss kommt oder nicht, ist dies eine Entwicklungsarbeit, die sich lohnt.

Sozialdiakonie

Fragen

Antwort

Wie wirkt sich KirchGemeindePlus
auf die diakonische Arbeit aus?

Die Kirche erhält einen zeitgemässen und langfristig verlässlichen institutionellen Rahmen. Dadurch ist sie in der Lage, ihre diakonische Arbeit ressourcenschonend und effektiv fortzuführen und in sozialen Brennpunkten wirkungsvoll zu handeln – sei es als Pionierin (Versorgungslücken schliessen), als Stellvertreterin (mit Leistungsvereinbarungen) oder als ergänzende Partnerin (Kooperationen).

Was für Veränderungen wird es geben?

Die Akteur/-innen der Diakonie bilden zusammen mit freiwillig Engagierten interdisziplinäre Teams. Das Zusammenspiel vielfältiger Fähigkeiten bereichert die diakonische Arbeit und stützt sie breiter ab. Dank vereinter Kräfte und gebündelter Ressourcen können bedarfsgerechte, nachhaltig wirksame diakonische Antworten entwickelt und entsprechende Projekte realisiert werden – sowohl mit lokalem als auch mit regionalem Aktionsradius.

Welche Chancen stecken für unsere Arbeit in der Sozialdiakonie?

Die diakonischen Projekte sind im ganzen Kanton vielfältig.
In Zukunft können diese in den Kirchgemeinden und an den kirchlichen Orten noch profilierter als heute sein, weil sich die Akteur/-innen der Diakonie auf die Erfüllung von sozialraum- und lebensweltorientierten, notwendigen Aufgaben konzentrieren können.

Die diakonische Arbeit verstärkt den guten Ruf der Kirche, die sich weiterhin als eine unentbehrliche, institutionelle Partnerin wie auch als geschätzte, solidarische Gemeinschaft erweist. Die Sozialdiakonie bleibt anschlussfähig und ihre Anerkennung als professionelle und profilierte Kraft steigt.

Spezialseelsorge

Fragen

Antwort

Wir wirkt sich KGPlus auf das kirchliche Handeln an Spitälern aus?

Eine aus Zusammenschlüssen entstandene Kirchgemeinde deckt sich teilweise mit einer regionalen Einrichtung der Seelsorge (Spital, Alterssiedlung, Pflegeheim). Das bringt praktische Vorteile. Zudem wird es naheliegender, von der neuen Kirchgemeinde her spezifische Projekte in diesen Einrichtungen zu lancieren. So entstehen neue kirchliche Orte, in welche bewusst Ressourcen investiert werden.

Liegenschaften Immobilien

Fragen

Antwort

Was bedeutet KirchGemeindePlus für die kirchlichen Liegenschaften?

Eine gute Verwaltung und Bewirtschaftung der Liegenschaften wird für grössere Kirchgemeinden gebündelt und professionell realisierbar. Das ist einer der offensichtlichsten Vorteile des Reformprozesses KirchGemeindePlus. Dem Kirchenrat ist dieser Aspekt so wichtig, dass er ihn zu einem der vier Legislaturziele der Jahre 2016-2020 gemacht hat. Auch die Motion „KGPlus Zukunft“, welche bis Herbst 2017 beantwortet werden soll, stellt Fragen zu diesem Thema.

Vor allem in Agglomerationen und in grösseren Städten besteht die Chance, Liegenschaften aus dem Verwaltungs- ins Finanzvermögen zu nehmen. Die generierten finanziellen Mittel eröffnen neue Möglichkeiten zur Umnutzung von Kirchgemeindehäusern und von Kirchen. Letzteres ist heikel. Kirchengebäude stellen auch ein symbolisches Kapital dar. Deren Umnutzung sollte darum in Beziehung zum kirchlichen Auftrag und zu einem der vier Handlungsfelder stehen.

Unterstützung im Reformprozess

Fragen

Antwort

Wo finde ich Informationen und Unterstützung?

Sie können gerne das Projektbüro KirchGemeindePlus kontaktieren:
Telefon: 0800 444 333 (Bürozeiten Montag - Freitag)
Email: info@kirchgemeindeplus.ch

Oder Sie wenden sich an Ihre GKD-Ansprechperson pro Bezirk. Diese finden Sie hier aufgeführt.