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Pfarrpersonen, Mitarbeitende und Freiwillige

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Wie wirkt sich KirchGemeindePlus auf den Stellenetat aus?

Pfarrschaft

Die Pfarrstellenzuteilung für die neue Amtsdauer, die am 1. Juli 2016 begonnen hat, gilt grundsätzlich bis zum Ende dieser Amtsdauer, das heisst: bis zum 30. Juni 2020. Allerdings sind die zugeteilten Stellenprozente gemäss aktueller Gesetzgebung bei Stellenvakanzen durch den Kirchenrat zu überprüfen. Für die Amtsdauer ab Juli 2020 strebt der Kirchenrat eine neue Regelung an, welche grössere Kirchgemeinden nicht benachteiligt. Dies bedarf einer Änderung der Kirchenordnung.

Grundsätzlich will der Kirchenrat am Prinzip der Pfarrstellenzuteilung anhand von Quoren festhalten. Die heute geltende Aufteilung zwischen ordentlichen und Ergänzungspfarrstellen ist aber zu überdenken. Das mittlere Quorum für 100 Pfarrstellenprozent wurde für die Amtsdauer 2016–2020 auf 1'650 Mitglieder festgelegt. Diese Zahl dürfte auch in Zukunft als Richtgrösse Bestand haben. Zu klären ist, wie weit grösseren Kirchgemeinden ein Pool an Stellenprozenten zugesprochen werden kann, mit dem diese den lebensweltlichen und lebensräumlichen Gegebenheiten der Region sowie den eigenen Schwerpunkten entsprechen können.

Sozialdiakonat

Das Diakoniekonzept der Zürcher Landeskirche hat einen Diakonieschlüssel vorgeschlagen (Zürich, 2012, S. 58). Grundlage ist ein Szenario von neu 80 Kirchgemeinden. Dieser Schlüssel würde den Gesamtstellenetat von 2012 für das Sozialdiakonat weiterhin gewährleisten. Beabsichtigt wäre also nicht ein Abbau, sondern eine Umverteilung sozialdiakonischer Stellenprozente. Sobald die Konturen der neuen Kirchgemeinden klar sind, ist diese Aufgabe in Angriff zu nehmen. Die Situation ist anders als bei der Pfarrschaft, weil die anstellende Instanz beim Sozialdiakonat die Kirchgemeinde ist. Aber es wird eine landeskirchliche Vorgabe – zum Beispiel eine verbindliche Definition eines Diakonieschlüssels – nötig werden.

Religionspädagogik rpg

Der Gesamtetat bzw. die Verteilung der Stellen kann sich verändern, je nachdem ob die Angebote im rpg lokal, regional oder überregional ausgerichtet werden. Momentan erarbeitet die Landeskirche verschiedene Handlungsmöglichkeiten, wie das religionspädagogische Gesamtkonzept in unterschiedlichen Szenarien umgesetzt werden kann. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Katja Lehnert, Leitung Katechetik und Bildung, katja.lehnert@zh.ref.ch.

Welche Rolle sollen Pfarrpersonen bei und nach Zusammenschlüssen spielen?

Die Pfarrschaft ist eine Schlüsselprofession der Kirche. Die Haltung und das Verhalten von Pfarrpersonen im Wandel der Kirche sind von Ausschlag gebender Bedeutung. Pfarrpersonen sind sozusagen „amtliche Personifikationen“ der „ecclesia reformata semper reformanda“.

Als Seelsorgende gehen Pfarrerinnen und Pfarrer auf die unterschiedlichen Ängste ein, welche ein Wandlungsprozess wie KirchGemeindePlus auslöst. Sie können dazu beitragen, aus einer Geschichte der Furcht eine Geschichte der Hoffnung zu machen.

Als theologisch Reflektierende vertreten sie anwaltschaftlich die evangelischen und reformatorischen Inhalte, welche der Reform zugrunde liegen. Es geht um mehr als Strukturen: um eine Vision der Kirche und um Perspektiven des Handelns.

Als Verantwortliche für die theologische Reflexion der Kirchgemeinde setzen sie sich auch mit der Leitungsorganisation der Kirchgemeinde auseinander. Sie gestalten eine zeitgemässe Kultur des Leitens und Führens sowie eine partizipative Kultur der Teamarbeit und der Berufsrolle des Ermöglichens mit. Sie setzen sich für Strukturen ein, welche dieser Kultur entsprechen.

Haben die Pfarrpersonen in den neuen Kirchengemeinden mehr zu tun als bisher?

Der Reformprozess KirchGemeindePlus bietet Pfarrpersonen die Chance zu einer Teil-Spezialisierung und zu einer aufgabenorientierten Profilierung, welche innerhalb des grösseren Ganzen der Kirchgemeinde koordiniert ist.

Pfarrpersonen wie auch andere kirchliche Berufsgruppen und Freiwillige sind im Rahmen von KirchGemeindePlus und einer klar strukturierten Kirchgemeinde-Organisation entweder Mitglieder eines Teams, oder sie übernehmen bewusst eine Führungs- und Leitungsfunktion. Die Arbeit in interdisziplinären Teams kann stärken, entlasten und bereichern.

Das setzt als Grundhaltung voraus, nicht alles selber machen zu müssen sondern Kirche mit anderen und durch andere zu ermöglichen. Die neue Situation erfordert gute Fähigkeiten der Kooperation, der Delegation und Distanzierung, der Verbindlichkeit und Flexibilität innerhalb eines Geflechts von Aufgaben, Verantwortungen und Kompetenzen – sowie des Führens und Geführtwerdens durch andere.

Im Rahmen vom Reformprozess KirchGemeindePlus besteht auch die Möglichkeit zu neuen Arbeitszeitmodellen, welche Beruf und Privates leichter vereinbar machen.

Bei sechs Pfarrpersonen in einer Kirchgemeinde ergeben sich ständig Neubesetzungen, die mit dem heutigen Wahlprozedere enorm aufwändig sind. Wird künftig die Pfarrstellenbesetzung einfacher sein? Die Volkswahl der Pfarrschaft ist durch staatliches Recht vorgegeben und wird wohl auch in Zukunft beibehalten werden. Dies unter anderem aus Gründen der Analogie zur römisch-katholischen Körperschaft. In grösseren Kirchgemeinden mit einer grossen Anzahl von Pfarrpersonen könnten die Wahlen allerdings für die gesamte Kirchgemeinde auf zwei Termine pro Jahr gebündelt werden. Bei Bestätigungswahlen wäre der Modus einer stillen Wahl erwägenswert. Der Kirchenrat wird diese Fragen im Rahmen der Revision der Kirchenordnung bearbeiten.

Verwaltungsangestellte, kirchenmusikalische Mitarbeitende und solche für Hausdienst und Sigristenamt sind bezüglich ihrer beruflichen Zukunft verunsichert: Was können wir Ihnen sagen?

Einerseits: In den Bereichen Verwaltung, Haus- und Sigristendienst sowie in der Kirchenmusik ist in Zukunft mit Stellenreduktionen zu rechnen. Diese Reduktionen werden allerdings nur selten kurzfristig anfallen. Der Zeitplan des Kirchenrats sieht den Abschluss der Strukturreform erst für 2023 vor. Damit sollte für Übergangslösungen und schrittweise Reduktionen genügend Zeit vorhanden sein. Wichtig ist eine frühzeitige und klare Information von Seiten der Kirchenpflege.

Andererseits: Mit KirchGemeindePlus geht es um eine Akzentsetzung vom Standbein zum Tanzbein. Doppelungen sollen reduziert, Vielfalt aber gefördert werden. Es sollen auch neue kirchliche Orte entstehen. Ressourcen würden in diesem Fall umgelagert. Das dürfte vor allem die Kirchenmusik betreffen. Gefragt sind profilierte Projekte. Auch Haus- und Sigristendienst können im Rahmen neuer kirchlicher Orte neue Funktionen erhalten und ihr Berufsbild verändern.

Verlieren wir die Nähe zu unseren Freiwilligen, wenn wir eine grosse Kirchgemeinde werden?

Auch wenn die Kirchgemeinde geografisch weiter gefasst wird, ist es möglich, zu den Freiwilligengruppen eine nahe Beziehung zu pflegen. Nähe ist nicht nur etwas Lokales, sondern eine Frage der Beziehungskompetenz. Diese wird auch in Zukunft über Gruppenverantwortliche (Angestellte oder Freiwillige) als Hauptbezugsperson gewährleistet werden.

Viele Freiwillige wollen sich lokal und lebensräumlich engagieren. Sie haben einen Bezug zum Ort oder möchten sich dort integrieren. Dies ist auch weiterhin möglich, da die Aktivitäten der Freiwilligen oft stark lokal ausgerichtet sind (Besuchen, Begleiten, Angebote ermöglichen etc.). Um Nähe zu gewährleisten, ist es für alle wichtig, die Verantwortlichkeiten und Abläufe zu klären und in gutem Kontakt miteinander zu sein.

Wie finden wir in grösseren Gemeinden Freiwillige, wenn es jetzt schon so schwierig ist? Insbesondere „neue“ Freiwillige (einerseits die neue Generation, andererseits solche, die noch nicht mit der Kirchgemeinde in Kontakt sind) lassen sich vor allem über das Interesse an einem Thema engagieren. Die Flüchtlingsthematik zeigt das deutlich. Die Kirche steht vor der Herausforderung, Freiwilligen ein Engagement in gesellschaftsrelevanten Bereichen unter guten Rahmenbedingungen zu ermöglichen. Ideal sind Einsätze, bei welchen die Freiwilligen ihre Fähigkeiten und Interessen einbringen und kompetent und selbständig mitgestalten können (Freiwilligen-Monitor 2016). Diese Herausforderung besteht ungeachtet von KirchGemeindePlus. Es lohnt sich, dafür Zeit – auch wenn sie knapp ist – einzusetzen. Die Frucht ist eine stärkere Beteiligungskirche. KirchGemeindePlus bietet darüber hinaus die Chance, Freiwilligenarbeit im skizzierten „neuen“ Stil zu fokussieren und teilspezialisierte Berufspersonen einzusetzen. Gerade die verschiedenen kirchlichen Orte bieten die Chance für eine Beheimatung der Freiwilligen in einem überschaubaren, vertrauten Kontext.
Wird es den Bereich Freiwilligenarbeit auf Gemeindeebene noch geben? Bis zu einer gewissen Gemeindegrösse ist es möglich, Freiwillige ohne Konzept oder Struktur einzubinden und zu begleiten. In grösseren Kirchgemeinden muss die Freiwilligenarbeit klarer strukturiert, geplant und gesteuert sein. Dadurch wird die Freiwilligenarbeit besser verankert und auch auf dem „Freiwilligenmarkt“ als professionelle Partnerin wahrgenommen.
Gibt es meine Stelle als Verantwortliche für Freiwilligenarbeit noch? Es wird weiterhin Stellen geben, welche die Freiwilligenarbeit strategisch verantworten und operativ begleiten. Sonst leiden die Qualität dieser Arbeit und deren Beziehungsqualität. Im Rahmen von KirchGemeindePlus können Stellenprozente frei werden, weil Koordinations-Synergien entstehen. Sie wären für spezifische Aufgaben oder profilierte Projekte zu nutzen.
Wir erarbeiten gerade, wie die Freiwilligenbegleitung aussehen soll. Wie sollen wir vorgehen, damit die Arbeit nicht umsonst ist, wenn wir uns später zusammenschliessen? Die verbindlichen Richtlinien zur Freiwilligenarbeit der Reformierten Kirche Kanton Zürich gelten für alle Kirchgemeinden im Kanton. Ungeachtet dessen, ob sie noch alleine unterwegs sind oder bereits in Zusammenarbeit. Die Basis ist also für alle Kirchgemeinden die gleiche, daher wird es bei späteren Zusammenlegungen zu keinen grösseren Differenzen bezüglich der Rahmenbedingungen kommen. Was hingegen sehr unterschiedlich sein kann, sind Haltungsfragen zur Partizipation, zur Wertschätzung und zum informellen Umgang mit Freiwilligen. Sowie zu Abläufen, Prozessen und zu unterschiedlich geregelten Zuständigkeiten. Wenn sich Zusammenarbeiten bereits abzeichnen, lohnt es sich, miteinander im Gespräch zu sein über diese Punkte und bereits eine gemeinsame Haltung zu entwickeln. Unabhängig davon, ob es zu diesem Zusammenschluss kommt oder nicht, ist dies eine Entwicklungsarbeit, die sich lohnt.