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KirchGemeindePlus: Ziele und Prozess

Was sind Vision und Ziele von KirchGemeindePlus? Was gewinnen Kirchgemeinden dadurch? Geht es beim Reformprozess vor allem um Finanzen und Ressourcen? Was sind die Ziele des Projektes KirchGemeindePlus der Landeskirche Zürich? Wie verläuft der Reformprozess in Kirchgemeinden? Welche Schritte zu einem Zusammenschluss sind zu gehen? Können wir selbst das Tempo für einen Zusammenschluss bestimmen? Was ist, wenn meine Kirchgemeinde sich nicht mit einer anderen Kirchgemeinde zusammen schliessen möchte?

Fragen

Antwort

Was sind Vision und Ziele des Reformprozesses KirchGemeindePlus?

Warum machen wir das?

Nahe, vielfältig und profiliert …: Die Vision ist eine Kirche, die nahe, vielfältig und profiliert ist. Sie schöpft aus der reformatorischen Tradition. Die Reformation hat den nahen Gott wieder entdeckt und die Nähe zum Volk gesucht. Ihr allgemeines Priestertum ist eine Aufforderung zur Vielfalt. Und die reformierte Ahnengalerie profilierter Frauen und Männer ist beeindruckend.

… auch morgen: Die Vision ist heute schon vielfach Realität. Aber die Welt verändert sich. Pluralisierung, Mobilisierung, Individualisierung, Globalisierung, Digitalisierung sind einige Stichworte… - Die Frage ist: Wie kann die Kirche auch morgen nahe, vielfältig, profiliert bleiben? KirchGemeindePlus begleitet Kirchgemeinden bei dieser Herausforderung. Dabei geht es auch ganz praktisch um Strukturen und deren Reform.

Ausführlich ist das inhaltliche Zielbild, formuliert vom Kirchenrat Daniel Reuter anlässlich der Kirchensynode vom 10. Januar 2017, hier nachzulesen.

Wie machen wir das?

  • visionär und pragmatisch: Mit KirchGemeindePlus verfolgen wir visionär unsere Ideen vom kirchlichen Leben an Orten und Lebenswelten und gestalten den Weg dorthin gemeinsam mit den Kirchgemeinden pragmatisch Schritt für Schritt.
  • neugierig und bewahrend: Wir entdecken neue Möglichkeiten und Chancen kirchlichen Lebens. Gleichzeitig besinnen wir uns auf unsere Wurzeln und verbinden Neues mit Bisherigem zu einem gemeinsamen Dritten. Somit entwickeln wir unsere christliche Tradition weiter.
  • integrativ und autonom: Wir identifizieren uns mit der Landeskirche als eine Gemeinschaft und leben unsere Vielfalt in den Gemeinden.

Was machen wir?

  • Verantwortung teilen: Alle Entscheidungsträger werden in den Prozess einbezogen und gestalten so die Kirche gemeinsam um.
  • Sicherheit geben: Planungsgrundlagen werden erarbeitet und damit den Kirchgemeinden die notwendigen Werkzeuge in die Hand gegeben.
  • Klarheit schaffen: Organisationsmodelle und Führungsinstrumente sowie transparente Kommunikation bieten Orientierung und stiften Vertrauen.

Was gewinnen Kirchgemeinden dadurch?

Mit dem Reformprozess werden bzw. bleiben Kirchgemeinden so gross, dass sie der Vielfalt der Menschen entsprechen können. Die Kirchgemeinden können ihre Kräfte und Ressourcen bündeln. Planung und Einsatz der vorhandenen Ressourcen werden flexibler; die Nutzniessenden kirchlicher Angebote haben mehr Optionen. Dabei können neue Berufsbilder und -rollen entstehen. Angesichts grösserer Aktionsradien sind Teil-Spezialisierungen möglich. Das erhöht die Attraktivität kirchlicher Berufe. Kirchgemeinden haben genügend Raum, um eine Vielfalt kirchlicher Orte und Profile zu entwickeln.

Bei kleinen Kirchgemeinden scheint der Gewinn klarer als bei grossen Kirchgemeinden zu sein. Die Ressourcenlage ist ein wichtiger Treiber für Zusammenschlüsse. Der Reformgedanke regt aber dazu an, dass sich alle Kirchgemeinden bewegen: Viele Teile entwickeln sich zusammen in einem grösseren Ganzen. Zumal bei einer Landeskirche, in welcher die 120 kleineren Gemeinden – also über 80% der Gemeinden, sofern die Stadt Zürich als eine Gemeinde zählt – 40% der Mitglieder beherbergen, und 20% der grösseren Gemeinden 60% der Mitglieder umfassen.

Der Reformprozess KirchGemeindePlus ist nicht aus der Not geboren. Er geschieht primär aus dem „Überfluss der Hoffnung“. Darum sind in ihm auch die ressourcenstarken Gemeinden wichtig.
Geht es beim Reformprozess vor allem um Finanzen und Ressourcen? Nur ein Teil des Reformprozesses betrifft die Struktur. Deren Erneuerung soll stattfinden, solange die finanzielle Basis gesichert ist. Die Kirchengemeinden werden danach ihre Ressourcen gezielter und gebündelter einzusetzen vermögen, um einen zukünftigen Spardruck auffangen zu können.
Was sind die Ziele des Projektes KirchGemeindePlus der Landeskirche Zürich? Das Projekt KirchGemeindePlus der Landeskirche Zürich hat zum Ziel, den Reformprozess in den Kirchgemeinden zu unterstützen. Dazu erarbeitet es unter anderem Organisationsmodelle, gestaltet inhaltliche Ansätze zum Gemeindeleben, erarbeitet Führungsmodelle und Berufsbilder sowie rechtliche Grundlagen für die Neuordnung der Kirchgemeinden.
Wie verläuft der Reformprozess in Kirchgemeinden?

Grob lässt sich der Reformprozess in vier Phasen einteilen:

  • 2013-2014 wurde der Reformprozess eröffnet durch eine grosse Vielfalt von „Dialogen“ in und zwischen Kirchgemeinden (Phase I)
  • 2014-2015 wurde der Dialog fortgesetzt mit dem Fokus auf Vernehmlassungen bei Berufsgruppen und Behörden. Dabei ging es vor allem um inhaltliche Fragen (Phase II)
  • Seit 2016 (bis erwartbar 2023) ist zu beobachten, dass Kirchgemeinden unterschiedlich schnell unterwegs sind:
    • Einige Kirchgemeinden beschäftigen sich mit der Entwicklung inhaltlicher Ansätze des Gemeindelebens, der Kontur und der Profil der neuen Kirchgemeinden aufgrund der Vernehmlassungen zum Reformplan sowie mit strukturellen Fragen des Zusammenschlusses - bis hin zum formellen Zusammenschluss (Phase III).
    • Andere Kirchgemeinden sind bereits zusammengeschlossen und kümmern sich nun um die  Umsetzung und die Realisierung des Potenzials, das in den neuen Kirchgemeinden liegt (Phase IV).
Welche Schritte zu einem Zusammenschluss sind zu gehen?

Für Kirchgemeinden bietet es sich an, die Phasen III und IV als ein Projekt mit mehreren Schritten (auch Projektphasen genannt), die in Meilensteinen gipfeln, zu gliedern, beispielsweise so:

  1. Vorabklärung: Auftrag, Bedürfnisanalyse, SWOT, Ressourcen, Vision einer Kirchgemeinde der Zukunft … usw.
  2. Projektstart: Projektauftrag inklusive Projektorganisation, Ziele, Aufgaben, Ist-Analyse Liegenschaften, Finanzen
  3. Konzept: Erarbeitung von Vorschlägen zur neuen Gemeindestruktur sowie neuer Ansätze kirchgemeindlichen Lebens, welche in ein breit abgestütztes Gemeindekonzept münden
  4. Umsetzung: Realisierung der neuen Gemeindeform

Genauer können Sie es im Phasenplan mit Checklisten für Zusammenschlussprojekte nachlesen.

Diese Schritte sind nicht starr. Sie können auch, je nach Situation und Bedarf, zusammengelegt werden. Gerne unterstützen wir Sie bei der Planung dieser Schritte.

Können wir selbst das Tempo für einen Zusammenschluss bestimmen?

Der Kirchenrat erachtet die Zeitspanne bis 2020 für Zusammenschlüsse als günstig:

  • Bis 2019 sind die Kirchensteuern juristischer Personen und die Staatsbeiträge an die kirchlichen Körperschaften gesichert.
  • Auswirkungen einer allfälligen Unternehmenssteuerreform machen sich noch nicht bemerkbar.
  • Die Planung der Pfarrstellenzuteilung für die Amtsdauer 2020–2024 ist noch nicht abgeschlossen.

Der Kirchenrat beobachtet jedoch, dass Kirchgemeinden auf dem Weg zum Zusammenschluss unterschiedlich schnell unterwegs sind. Auch kann es mitunter angezeigt sein, dass Kirchgemeinden zuerst intensiv zusammenarbeiten und sich dann erst später, aber bereits sehr gut miteinander bekannt, zusammenschliessen.

Deshalb empfiehlt der Kirchenrat vier Zeitpunkte, an denen Kirchgemeinden bei der Kirchensynode den Zusammenschluss beantragen: 2017, 2019, 2021, 2023.

Was ist, wenn meine Kirchgemeinde sich nicht mit einer anderen Kirchgemeinde zusammen schliessen möchte?

Ein Zusammenschluss von Kirchgemeinden kann gemäss Artikel 151 Abs. 2 KO zwar erzwungen werden, weil Neubildungen und Zusammenschluss von Kirchgemeinden durch einen Beschluss der Kirchensynode erfolgen können. Das wäre allerdings die Ultima Ratio. Im Vordergrund stehen Anreize und Überzeugungsarbeit: Der Kirchenrat ist der Meinung, dass jede Kirchgemeinde gewinnt, wenn sie sich aktiv in den Prozess KirchGemeindePlus einbringt. Das betrifft die Kleinen und die Grossen, die sogenannt Schwachen und Starken.

Der Kirchenrat Daniel Reuter äussert sich dazu auch im Magazin notabene 7/2016.