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Zusammenschluss (inkl. Organisationsmodelle)

Wie können auch künftig die Menschen vor Ort das Gemeindeleben mitbestimmen und die nötigen Ressourcen erhalten? Wie können die Interessen und Anliegen der bestehenden Kirchgemeinden in einer neuen, grösseren Kirchgemeinde genügend berücksichtigt werden? Wie können in der künftigen Kirchenpflege alle Teilgebiete gut vertreten sein? Was bedeutet KirchGemeindePlus für die Leitung von Kirchgemeinden? Alle Beteiligten sind zur gemeinsamen Verantwortung für den Aufbau der Kirchgemeinde gerufen. Wie können die in der Praxis immer wieder auftretenden Missverständnisse und Konflikte gemildert werden?

Fragen

Antwort

Wie können auch künftig die Menschen vor Ort das Gemeindeleben mitbestimmen und die nötigen Ressourcen erhalten? Die Kirchgemeinden wählen für die sich neu zusammenschliessende Kirchgemeinde das für ihren Partizipations- und Gestaltungsbedarf passende Organisationsmodell.
Wie können die Interessen und Anliegen der bestehenden Kirchgemeinden in einer neuen, grösseren Kirchgemeinde genügend berücksichtigt werden?

Vor dem Zusammenschluss sind Fragen nach inhaltlichen Aspekten sowie nach einem geeigneten Organisationsmodell zu klären. Der Leitfaden Organisationsmodelle für Kirchgemeinden geht auf zwei Modelle ein. Wir empfehlen die Bildung einer Arbeitsgruppe, besetzt mit Vertretern aus allen Anspruchsgruppen, die inhaltliche Aspekte klärt und entsprechend eine Empfehlung für eines der Organisationsmodelle entwickelt. Bei beiden Modellen ist ein besonderer Augenmerk auf die Ausgestaltung der Schnittstelle / Kommunikation zwischen der operativen und strategischen Ebene zu legen.

Zudem kann es für die erste Zeit nach einem Zusammenschluss sinnvoll sein, Vertretungen von möglichst allen ehemaligen Kirchgemeinden in der Kirchenpflege zu haben. Dies lässt sich umsetzen, indem für die Kirchenpflege der neuen Kirchgemeinde entsprechende Kandidatinnen und Kandidaten gesucht und zur Wahl vorschlagen werden.

Die paritätische Vertretung der ehemaligen Kirchgemeinden oder die feste Zuweisung von Sitzen in der neuen Kirchenpflege ist rechtlich aber nicht zulässig und kann auch nicht in der Kirchgemeindeordnung festgehalten werden. Eine solche Regelung widerspräche den massgebenden Wahlvorschriften des Gemeindegesetzes und des Gesetzes über die politischen Rechte, weil sie letztlich die Einteilung der neuen Kirchgemeinde in Wahlkreise voraussetzen würde. Gerade dies ist für die Wahl von Gemeindevorsteherschaften nicht vorgesehen. Denn die Kirchenpflege ist keine (Volks-)Vertretung der Stimmberechtigten wie ein Parlament, sondern die beratende, ausführende und vollziehende Behörde für die ganze Kirchgemeinde.

Wie können in der künftigen Kirchenpflege alle Teilgebiete gut vertreten sein?

Die Empfehlungen zur Ressortstruktur der Kirchenpflegen für die Amtsdauer 2018-2022 sehen zwei Ansätze vor:

  • Der erste entspricht den Empfehlungen der Amtsdauer 2014 – 2018, die weiterhin angewendet werden können. Er ist lediglich in Details überarbeitet.
  • Der zweite Ansatz zielt auf eine zeitliche Entlastung der Kirchenpflegerinnen und Kirchenpfleger, indem er strategische und operative Aufgaben entflechtet, abgestimmt mit den Organisationsmodellen (Geschäftsleitungs- und Kommissionsmodell). Zudem setzt er neue Akzente.
Kirchenpflegen können sich von beiden Ansätzen für ihre spezifische Situation anregen lassen.
Auch Mischformen sind denkbar.
Was bedeutet KirchGemeindePlus für die Leitung von Kirchgemeinden?

Empfehlungen zur Ausgestaltungen der neuen Organisation achten darauf, die strategischen und operativen Aufgaben voneinander zu entflechten, wie es heute schon in grösseren Kirchgemeinden zu beobachten ist.

Gemäss den Empfehlungen zur neuen Ressortstruktur 2018 - 2022 und den ergänzenden Erläuterungen (zu finden auch hier: https://www.zhref.ch/intern/kirchenpflege/allgemeines/downloads) obliegt der Kirchenpflege die strategische Leitung und das Aufsichtsrecht. Es ist eine Kollegialbehörde, deren Mitglieder immer Verantwortung für das Ganze tragen. In den ihnen zugeteilten Ressorts nehmen sie ihre Aufgabe gemäss dem in Art. 87 KO beschriebenen Leitungsverständnis wahr.

Operative Aufgaben delegieren Kirchenpflegerinnnen und Kirchenpfleger soweit möglich an eine Geschäftsleitung, an unterstellte Kommissionen (mit Geschäftsstelle). Wie diese ausgestaltet sein können, führt der Leitfaden Organisationsmodelle für Kirchgemeinden aus.

In der Teilrevision Kirchenordnung ist zudem die Möglichkeit eines Kirchgemeindeparlaments vorgesehen, welches vor allem für grosse Kirchgemeinden nützlich sein mag. Dazu siehe auch dieser Artikel.

Partizipation ist in den Empfehlungen für die neuen Strukturen gut verankert.

Alle Beteiligten sind zur gemeinsamen Verantwortung für den Aufbau der Kirchgemeinde gerufen. Wie können die in der Praxis immer wieder auftretenden Missverständnisse und Konflikte gemildert werden?

Der Grundsatz der Zuordnung (Artikel 150 KO) behält im Sinn einer programmatischen Haltung Gültigkeit. Zugleich ist es im Zuge der Entstehung grösserer Kirchgemeinden unverzichtbar, Formen der Leitung und der Zusammenarbeit klarer zu fassen. Die Entwicklung der neuen Organisationsmodelle haben zwei Schwerpunkte.

  • Es werden stärkere Strukturen zur Zusammenarbeit geschaffen, in denen auch Freiwillige systematisch einbezogen werden.
  • Es werden klare Leitungsstrukturen eingeführt, indem zwischen strategischer und operativer Leitung stärker getrennt wird.