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Dritter Weg

Die zwei Seiten der Kirche …

Die Zürcher Landeskirche hat einerseits stark das Gepräge einer klassischen Institution. Sie steht für Stabilität und Sicherheit. „Die Kirche ist noch im Dorf.“ Andererseits sehnen sich viele ihrer Mitglieder nach mehr Dynamik und Innovation. Die „Fresh Expressions of Faith“ sind Symbol dieser Sehnsucht und ein praktisches Vorbild.

In unseren Kirchgemeinden gibt es bereits viele Ansätze zu einer bewegten und sich bewegenden Kirche: von der Jugendbewegung bis zur „Streetchurch“, zur „Fabrikkirche“ und zu „PACE“ – vom „Ten Sing“ bis zu „roundabout“ – von der „Kirche im Dorf“ zur „Kirche am Weg“ (kabel, Flughafen, Bahnhof, Sihl City, Glattzentrum) – von Ernst Sieber bis zur SOS-Kinderbetreuung – von der Friedensbewegung bis zum Flüchtlingstreff – von den Hauskreisen bis zum Stadtkloster und kleinen christlichen Gemeinschaften.

… und der dritte Weg

Der dritte Weg ist eine „Mixed Economy“. Dieser Weg versucht, beide geschilderten Seiten der Kirche miteinander konstruktiv zu verbinden. Die Stärken der Institution und der Bewegung werden genutzt. Es geht darum, dass beide Seiten einander befruchten. Es geht um eine Balance, in welcher im Zweifelsfall – oder im Glücksfall – die Bewegung den Vorrang bekommt.

Die Mitgliederkirche kann sich zur Beteiligungskirche entwickeln. Kirche für Andere wird Kirche mit Anderen (Partizipation) und Kirche durch Andere (Multiplikation). Kirchliche Orte werden geografisch-lebensräumlich und immer mehr auch thematisch-lebensweltlich definiert. Kirchliche Berufsgruppen beschränken sich nicht auf das „selber tun für Andere“. Sie ermöglichen und fördern Potenziale der Anderen. Sie motivieren in erster Linie Freiwillige zu kirchlichem Engagement; und sie begleiten die Freiwilligen kompetent. Die Doppelungen in der flächendeckenden kirchlichen „Grundversorgung“ werden minimiert. Dafür werden Kräfte frei für neue profilierte Projekte und für neue kirchliche Orte.

 

Bei allen genannten Akzentuierungen geht es um die Kirche mit ihren beiden Seiten. Schwächen jeder Seite sollen reduziert, Stärken beider Seiten profiliert werden. Kirche als Institution leistet einen Service Public und generiert Steuereinnahmen und Staatsbeiträge. Kirche als Bewegung kann spezifische Profile entwickeln. Dadurch kommt sie Menschen in unterschiedlichen Lebenswelten nahe.

 

„Dritter Weg“ und „KirchGemeindePlus“

KirchGemeindePlus zielt auf Zusammenschlüsse zu neuen Kirchgemeinden mit „weiteren“ Konturen. Wie hängt das mit dem dritten Weg zusammen?

Weitere Strukturen animieren dazu, „traditionelle“ Doppelungen („Alle tun gleichzeitig das Gleiche an vielen Orten für immer weniger Menschen.“) zu minimieren und neue Profile herauszukristallisieren. Es kann eine Umlagerung der Ressourcen von den „klassischen“ kirchlichen Orten (von der „Kirche im Dorf“) zu neuen kirchlichen Orten (zur „Kirche am Weg“, zu thematischen Orten) stattfinden.

Diese „Bewegungs-Kirche“ will Menschen in der Vielfalt ihrer Lebenswelten und Lebenslagen gewinnen. Dazu braucht sie grössere Aktionsradien in grösseren Territorien als kritische Masse. Das wird mit dem Zusammenschluss von Kirchgemeinden möglich.

Neue Profile und Projekte erfordern spezifische Kompetenzen beim Personal. Eine Teilspezialisierung der kirchlichen Berufsgruppen, insbesondere des Pfarramts, und eine stärkere gaben- und zielgruppenorientierte Ausrichtung ihrer Arbeit erfordern grössere Aktionsradien. Personelle und finanzielle Ressourcen können in einem grösseren Ganzen koordiniert und effizient eingesetzt werden.

Gleiches gilt auch für die materiellen Ressourcen: Liegenschaften werden in einem weiteren Gestaltungsraum koordiniert und effizient bewirtschaftbar. Hier liegt ein grosses Potenzial noch brach. Der Zusammenschluss von Kirchgemeinden öffnet den Raum zu einem neuen Umgang mit den Immobilien.