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Ekklesiologie

Verkörpern, nachfolgen, verwandeln

Jesus war ein Jude. Für ihn war die Synagoge die gegebene Gemeinschaft. Eine Kirche hat er keine gegründet. Aber er hat Menschen aus ihren Lebenswelten herausgerufen. Ekklesia, das ist wörtlich die Herausgerufene. Und Ekklesiologie ist die Wissenschaft von der Kirche, der Ekklesia. Ekklesiologie beschreibt die Möglichkeiten, als Herausgerufene zu leben, als Herausgerufene zur Gemeinschaft zu werden.

Kirche entfaltet sich in drei Dimensionen: Verkörperung, Nachfolge, Verwandlung. – Erstens die Verkörperung des Christus: Beziehungen entstehen, Menschen werden Gemeinschaft, bilden einen Körper. Die Gemeinschaft verkörpert Christus. Sie wird zur Gemeinde. So wird das Wort Fleisch und wohnt als Gemeinde unter uns (Joh 1,14). Ekklesiologie heisst incarnatio.

Zweitens die Nachfolge der Menschen: In dieser Gemeinschaft kommen Themen ins Gespräch, Werthaltungen, Grundfragen ans Leben und darüber hinaus. Der einzelne Mensch spürt Veränderungen, orientiert sich neu, verhält sich anders. Die Lebenskunst der Bibel gibt ihm dafür leitende Anhaltspunkte. In manchen Fragen macht er eine Kehrtwende. Er richtet sein Leben aus am Leben und Glauben von Jesus Christus. Ekklesiologie heisst imitatio.

Drittens die Verwandlung des Kontexts: Menschen, die ihr Leben an Christus ausrichten, vergegenwärtigen ihn – als Einzelne und erst recht als Gemeinde. Menschen verändern sich selbst dabei, aber auch ihre Kontexte. Ekklesiologie heisst reformatio.

Ekklesiologie prüft, ob Veränderungen auch Verheissungen enthalten: Birgt das Neue die drei Keime von incarnatio, imitatio und reformatio?

Kirche ist uns gegeben – und will neu realisiert werden als lebendige Gemeinschaft von Herausgerufenen. Wie gelingt es uns, „Leib Christi“ zu sein, Christus heute zu „verkörpern“ – als Einzelne und als Gemeinschaft?