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Lebensweltlich

Mit "lebensweltlicher Orientierung" werden kirchliche Orte und Formen bezeichnet, die eine bestimmte Zielgruppe, ein bestimmtes Milieu ansprechen. Diese Orte und Formen zeichnen sich oft aus durch einen hohen Grad von Beteiligung und Mitgestaltung der Teilnehmenden. Sie sind zwar meist an einem konkreten Ort (einer Kirche, einem Industrieareal, einer ehemaligen Beiz, ...) angesiedelt, entwickeln aber regionale oder überregionale Ausstrahlungskraft.

Wir nennen Lebenswelt, was die Sozialforschung ein Milieu nennt. Jeder Mensch gehört zu einer Lebenswelt. Eine Lebenswelt kann man nicht frei wählen. Wie Geschlecht, Hautfarbe, Muttersprache ist sie vorgegeben. Bildung und Biographie versetzen einen aber in andere Lebenswelten – nicht notwendigerweise, aber möglicherweise. Wo ich mal drin war, kann ich von innen her reden. Immer gibt es Lebenswelten,  die ich nur von aussen kenne und nur so über sie reden kann.

Die Studie zu Lebenswelten zeigt, dass die Kirchen zwei von acht Lebenswelten kennen. Bleiben die Kirche bei zwei Lebenswelten, werden sie kleiner, älter, ärmer. Finden sie Zugang zu weiteren Lebenswelten, ergeben sich Chancen, dass sich Kirchen und somit Kirchgemeinden verändern: Dafür gibt es einen alternativen Slogan: näher, vielfältiger, profilierter.

Eine einzelne Lebenswelt bildet weder eine Gemeinde, noch eine Partei oder einen Verein. Immer ist Gemeinde eine Mischung aus mehreren Lebenswelten, oft etwa aus deren drei. KirchGemeindePlus ruft nach Ressourcen für Menschen unterschiedlicher Lebenswelten. Eine Willkommenskultur gegenüber der ganzen Gesellschaft ist gefragt (Art. 5.2 KO): Das bedeutet 10 statt 2!

Welche zwei bis drei Lebenswelten sind in unserer Gemein­de vorherrschend? Wie finden wir Zugang zu weiteren Lebenswelten?