Kreativ umgenutzt: Kirche Herrliberg neu gedacht

Eine Zufallsbekanntschaft machte es möglich: Ein Semester lang entwarfen Architekturstudierende die Kirche Herrliberg (Tal) neu.

Kirche Herrliberg (Tal)

Entstanden ist ein Dokument „Die Kirche in Herrliberg: Entwurf eines sakralen Raumes“ (PDF), das fundiert recherchiert und mit einer Fülle von Ideen gespickt ist.

Die zentrale Frage war: „Was wäre der ideale Kirchenraum für die heutigen Kirchenbesucher deren Erwartungen vielfältiger und individueller sind als früher?“ Die Entwürfe zeigen, wie vielfältig auch die Antworten sein können – so die einleitenden Worte: „Während einige die Kirche abbrechen und neu bauen, verwandeln andere den bestehende Raum in eine Lichtoase oder verändern die Atmosphäre durch die Auskleidung mit Stoff, Holz oder einem synthetischen Material. Für manche ist die Kirche zu gross – sie schaffen für den täglichen Gottesdienst einen Raum im Raum oder bauen aussen eine kleinere Einheit dazu. Bei einigen Entwürfen wird der Innenraum nach aussen geöffnet – auch der Gegensatz einer Verstärkung der Umfriedung bleibt nicht aus. Die Ideen reichen von realistischen Vorstellungen bis zur (realen) Utopie.“

Einer von vielen Entwürfen (S. 75, „Die Kirche in Herrliberg: Entwurf eines sakralen Raumes“)

Angestossen wurde dieses Projekt eigentlich unbeabsichtigt: Zwei Pfarrer der Zürichseegemeinden Herrliberg und Erlenbach kamen vor einer Bündner Kapelle mit dem Architekten Gion A. Caminada ins Gespräch. Dieser ist zugleich ausserordentlicher Professor für Architektur und Entwurf an der ETH Zürich. Die Frage kitzelte ihn genügend, um mit seinen Studierenden nach Antworten für ein konkretes Objekt zu suchen. ref.ch veröffentlichte im September 2019 mit ihm dazu ein Interview.