Begleitforschung

Die reformierte Kirchensynode hat an ihrer Sitzung vom 2. Oktober 2018 beschlossen, den Reformprozess KirchGemeindePlus wissenschaftlich zu begleiten.  Damit kann das Projekt „KirchGemeindePlus“ mit einem Methodenmix aus quantitativen und qualitativen Ansätzen systematisch evaluiert und ausgewertet werden.

Das zugrunde liegende Wirkungsmodell

Die Begleitforschung arbeitet mit vermuteten Kausalzusammenhänge (Hypothesen): Wird etwas getan (oder nicht getan), so hat dies bestimmte, zeitlich häufig nachgelagerte Effekte. Ein solches, sogenanntes Wirkungsmodell sieht für den Reformprozess so aus:

Vereinfachtes Wirkungsmodell für den Reformprozess KirchGemeindePlus

Die ersten drei Pfeiler beziehen sich auf Tätigkeiten der Landeskirche im Rahmen des Reformprozesses. Sie werden mit der Absicht geleistet, zu den erhofften, positiven „Outcomes“ (Ergebnisse) und „Impacts“ (Wirkungen) auf Ebene der Kirchgemeinden merklich beizutragen.

Zwei Erhebungsphasen

Die Begleitstudie erstreckt sich insgesamt über fünf Jahre, unterteilt in zwei Erhebungsphasen. Die erste Phase dauert von 2018 bis 2020 und endet mit einem Zwischenbericht. Folgende Methoden werden eingesetzt:

  • Dokumenten- und Datenanalyse: Dokumente und Daten zum Reformprozess werden ausgewertet.
  • Vier Fallstudien:  Vier Kirchgemeinden bwz. Regionen werden eingehend untersucht.
  • Gruppengespräche: Personen unterschiedlicher Berufsgattungen aus Kirchgemeinden werden gruppenweise interviewt.
  • Workshops: Es werden zwei Workshops mit Personal der Landeskirche (Mitglieder der Arbeitsgruppe und des Projektteams) durchgeführt.
  • Online-Befragung: Die Behördenmitglieder und Pfarrer/-innen sowie Mitarbeitende (mit einer Anstellung ab 30 Prozent) aller Kirchgemeinden werden im Frühjahr 2020 mittels einer Online-Umfrage befragt.

Während der zweiten Erhebungsphase (2021-2023) können bereits einige Kirchgemeinden auf Erfahrungen mit Zusammenschlüssen oder Zusammenarbeitsformen blicken. Damit ist es insbesondere möglich, Aussagen zu „Impacts“ zu machen. Folgende Methoden werden eingesetzt:

  • Dokumenten- und Datenanalyse: Dokumente und möglichen Daten der Kirchgemeinden und Dritter werden primär ausgewertet, um die Wirkungen des Prozesses zu erkunden.
  • Vier Fallstudien: Möglicherweise werden bei zwei der vier Fallstudien dieselben Kirchgemeinden wie in der Erhebungsphase I gewählt, um die Wirkungen gut nachzeichnen zu können. Die Verantwortlichen der Kirchgemeinden werden befähigt, selbst Daten zu erheben, unterstützt von interface.
  • Breitenbefragung: Eine repräsentative Stichprobe von Mitgliedern der Kirchgemeinden wird befragt. Ziel ist es, den Reformprozess abschliessend zu bewerten und ihre Zufriedenheit mit den Änderungen abzufragen.
  • Gruppengespräche: Es sind fünf Gruppengespräche auf Ebene der Kirchgemeinden mit unterschiedlichen Berufsgruppen geplant.
  • Workshops: Zwei Workshops mit verantwortlichen Personen der Landeskirche werden durchgeführt. Ziele dieser Workshops sind, Resultate zu validieren und eine abschliessende Beurteilung des Reformprozesses auf der Leitungsebene zu erhalten.

Die Ergebnisse der Begleitforschung werden in einem Bericht dokumentiert.