Studien, Statistiken und statistische Instrumente

Zur Standortbestimmung, der Sozialraumanalyse und der Frage, wie sich Kirchgemeinden, Bezirke und Regionen weiter entwickeln sollen, ist ein Blick auf bereits erstellte Studien, auf Statistiken (historische Daten) und auf Prognosen (Hochrechnungen für die Zukunft) sinnvoll. Einige Studien und Quellen für Statistiken, die teilweise für Ihre Kirchgemeinde individuell zusammen gestellt und analysiert werden wollen, haben wir für Sie zusammen gestellt.

Bei den Studien lohnt sich dann und wann ein Blick über den Tellerrand hinaus- hin zu anderen Kantonalkirchen oder auch nach Deutschland. Entsprechend breit gefächert sind die Informationen.

Aus dem Kanton Zürich

Den Pfarrstellenrechner finden Sie hier:
https://www.zhref.ch/pfarrstellenrechner/view

  • Neu hat das statistische Amt des Kantons Zürich im Januar 2019 eine spannende Studie publiziert: Stadtzürcher Religionslandschaft
  • Diesem Dokument des Statistischen Amts ist die reformierte Wohnbevölkerung je Bezirk und je Kirchgemeinde zum Stichtag 31.12.2018 zu entnehmen
  • In der Rubrik „Analysen“ sind Daten zu den Themen „Bevölkerung & Soziales“, „Arbeit und Wirtschaft“, „Immobilien & Raum“ und „Politik“ aufbereitet. Auch sind  Prognosen verfügbar. Statistiken und Prognosen lassen sich häufig auch je politischer Gemeinde aufrufen.
  • In der Rubrik „Daten“ sind u.a. Gemeindeporträts, Gemeindefinanzporträts und Gemeindesteuern zusammen gestellt.
  • In der Rubrik „Interaktive Tools“ lassen sich verschiedene Daten visuell und interaktiv aufbereitet ansehen. Darunter sind beispielsweise auch die Gemeindeporträts und und die Gemeindefinanzporträts.
  • Basierend auf swisstopo-Karten stellt die  Webseite https://maps.zh.ch/ Karten für den Kanton Zürich bereit. Verschiedene Ebenen und Karten erlauben es, die Ansichten anzupassen.
  • Die Landestopographie der Schweiz – beispielsweise wer einen Vergleich möchte – ist hier zu sehen: https://map.geo.admin.ch/
  • Google Maps ist ebenfalls hilfreich, um sich Raumverhältnisse anzusehen. Tipps und Tricks dazu verrät die Google Maps-Hilfe.

Die Evangelisch-reformierte Landeskirche Zürich hat im Jahr 2011 eine Milieustudie erstellen lassen: Lebensweltliche, religiöse und kirchliche Orientierungen im Kanton Zürich (PDF). Wenngleich bereits einige Jahre seither vergangen sind, sind die insgesamt 326 Seiten immer noch höchst aufschlussreich und lesenswert.

Das SINUS-Institut erforscht den Wertewandel und die Lebenswelten der Menschen. Daraus entstanden sind die Sinus-Milieus, ein international bewährtes Tool für die Zielgruppen-Segmentation. Zuletzt im Jahr 2013 haben SINUS, Heidelberg und M.I.S. Trend, Lausanne ein Update des seit 2002 bestehenden Schweizer Modells vorgenommen: 10 neue Milieus beschreiben ganzheitlich die Lebenswelten von Bürgern und Verbrauchern.

Spezifische Daten für die Schweiz sind bei KünzlerBachmannDirektmarketing erhältlich.

Das Portal opendata.swiss ist ein gemeinsames Projekt von Bund, Kantonen, Gemeinden und weiteren Organisationen mit einem staatlichen Auftrag. Es stellt der Allgemeinheit offene Behördendaten in einem zentralen Katalog zur Verfügung. Das Schweizerische Bundesarchiv betreibt opendata.swiss.

Aufgrund des Portals haben mehrere private Anbieter mit den zur Verfügung gestellten Daten Anwendungen entwickelt. Laufend kommen neue Daten und neue Anwendungen hinzu. Sie werden auf der Applikations-Webseite aufgeführt.

Anwendungen öffentlicher und privater Anbieter (ohne Gewähr)

  • Finanzlage der Zürcher Gemeinden: Aufbauend auf einem Vergleich des IDHEAP zeigt die App die Entwicklung der Gemeindefinanzen der Gemeinden des Kantons Zürich. Sieben Indikatoren und drei Aggregationen lassen sich in der Zeitreihe 2002 bis 2012 für das gesamte Kantonsgebiet kartografisch darstellen. Neben den Nominaldaten wird eine „Schulnote“ für die jeweilige Gemeinde berechnet.
  • Statistische Atlanten der Schweiz: Das Bundesamt für Statistik offeriert im Rahmen seines öffentlichen Informationsauftrages neben dem zentralen Statistischen Atlas der Schweiz eine Reihe weiterer Fachatlanten, die spezielle Lebensbereiche aus statistischer Sicht weiter vertiefen. Mit Hilfe zahlreicher interaktiver Karten und Grafiken sowie den dahinter stehenden Daten lassen sich damit verschiedenste geographische Prozesse und Zusammenhänge auf einfache Weise analysieren und auswerten.
  • Eckdaten App bietet spannende Beobachtungen und Erkenntnisse in der Raumbeobachtung und Schulraumplanung. Zeitreihen und Vergleiche für sämtliche Schweizer Gemeinden und Kantone sowie ausgewählte Regionen zu diversen raumrelevanten Themen sind als Graphen und Karten darstellbar. Die Datenbank für die Eckdaten App wird laufend aktualisiert und ausgebaut und basiert auf öffentlichen Daten des Bundesamtes für Statistik (BFS), kantonaler statistischer Ämter, Gemeinden und Schulen. Im passwortgeschützten Login Bereich werden gemeindespezifische Daten eingesetzt.

Aus der Evangelischen Kirche Deutschland

Der „Atlas neue Gemeindeformen“ gibt erstmals einen Überblick über innovative christliche Sozialformen und neue Gemeindeformen im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Im Auftrag der EKD hat midi – das Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. – untersucht, wo es in den evangelischen Landeskirchen neue, innovative Gemeinde- und Sozialformen gibt.

Die Erstauswertung stellt die wichtigsten empirischen Ergebnisse der Erhebung vor und nimmt eine erste kirchentheoretische Einordnung vor.

Aus dem Newsletter SI Kompakt Nr. 3*2019 des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD):

„Auf dem Hintergrund der im Mai 2019 veröffentlichten EKD-Studie „Kirche im Umbruch“ hat Andreas Mayert [wissenschaftlicher Mitarbeiter] eigene Berechnungen und Prognosen angestellt, die sich in dreifacher Hinsicht von der EKD-Studie unterscheiden:

Erstens zeichnet sie nicht nur die Einflussfaktoren auf die Kirchenmitgliedschaftsentwicklung von 2000 bis 2018 detailliert nach, sondern versucht durch einen innovativen Ansatz – die evangelische Kirche wird so analysiert, als sei sie ein eigener Staat mit spezifischen Formen der „Ein- und Auswanderung“ und einer eigenständigen „demografischen Lücke“ – die verschiedenen Einflussfaktoren auf die Kirchenmitgliedschaftsentwicklung transparenter und damit auch weniger abstrakt darzustellen.
Zweitens enthält die Studie zwei eigenständige Prognosen der Kirchenmitgliedschaftsentwicklung bis zum Jahr 2040, die von anderen Annahmen ausgehen, als sie in der EKD-Studie getroffen wurden. Durch die Durchführung von zwei Prognosen mit jeweils unterschiedlichen Annahmen ist es zudem möglich, etwas genauer darauf zu schauen, wie groß der Einfluss kirchenpolitischer Maßnahmen bzw. Verhaltensänderungen der Bevölkerung auf die Kirchenmitgliedschaftsentwicklung ist. Denn die simple Postulierung, ein wie großer Teil der Kirchenmitgliedschaftsentwicklung grundsätzlich beeinflussbar ist, sagt ja noch nichts darüber aus, welche Maßnahmen damit gemeint sein könnten und wie realistisch ihre Umsetzung ist.
Drittens befasst sich die vorliegende Studie nicht mit der Frage des Kirchensteueraufkommens, denn hierzu lagen den Autoren leider keine Statistiken vor.

Andreas Mayert stellt eine „pessimistische“ und eine „optimistische“ Prognose zur Diskussion. Im Blick darauf, was die Kirche heute tun kann für ihre Zukunft, sieht er „Stellschrauben“ insbesondere in der Arbeit mit (Klein-)kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. „